Tutorial: Online bewerben – so geht’s richtig


Es ist kein Hexenwerk, sich online auf Stellenangebote zu bewerben. Die Vorgehensweise ist wirklich einfach. Die wichtigste Regel: Befolgen Sie die Anweisungen in der Stellenausschreibung. Unternehmen berücksichtigen Bewerber wenig bis gar nicht, die sich nicht an die Anweisungen halten. Wenn von Ihnen ein Bewerbungsschreiben verlangt wird, dann schreiben Sie eines. Wenn von Ihnen verlangt wird, sich unter einer bestimmten Online-Jobbörse zu bewerben, dann tun Sie dies. Wenn von Ihnen eine PDF-Datei verlangt wird, dann versenden Sie kein Word-Dokument.

Wie die Bewerbungen zum Arbeitgeber kommen

  • Direkt über die Website des Unternehmens.
  • Per E-Mail, an eine allgemeine Bewerbungs-E-Mail-Adresse oder an die zuständige Person.
  • Über eine Online-Jobbörse (dazu müssen Sie Ihren Lebenslauf auf der Website hochgeladen haben).
  • Per Post.

Nochmals: Befolgen Sie die Anweisungen in der Stellenausschreibung. Behalten Sie den Überblick, wo Sie sich überall beworben haben, damit Sie in Ihrer Jobsuche effizient vorgehen können.

Online-Bewerbungen

Wenn Unternehmen auf ihrer Website offene Stellen ausschreiben, müssen Sie wahrscheinlich nur ein Online-Formular ausfüllen, anstatt Ihren kompletten Lebenslauf zu schicken. Der einfachste Weg, diese Formulare zu vervollständigen, ist, die Informationen aus Ihrem Lebenslauf in das Formular hinein zu kopieren. Wenn es eine Möglichkeit gibt, ein Bewerbungsschreiben hochzuladen, dann schreiben Sie eines und fügen es in das dafür vorgesehene Feld ein.

Das richtige Nachfassen

Wenn Sie sich für einen Job online beworben haben, kann das Nachfassen tückisch sein. Viele Unternehmen nennen keinen Ansprechpartner, weil sie nicht mit Telefonaten und E-Mails bombardiert werden möchten. Sie wollen sich um die Kandidaten kümmern, an denen sie interessiert sind und mit dem Rest so wenig wie möglich zu tun haben. Es gibt Jobexperten, die empfehlen, einen Ansprechpartner ausfindig zu machen (Personalchef, Abteilungsleiter etc.) und ihn persönlich auf die Bewerbung anzusprechen, unabhängig davon, was in der Stellenausschreibung steht. Allerdings ist dies eine gefährliche Vorgehensweise. Man befindet sich auf der sicheren Seite, wenn man die Wünsche des Arbeitgebers respektiert – und wenn in der Stellenanzeige steht, dass keine Anrufe erwünscht seien, sollte man sich auch daran halten. Besser ist es, ein oder zwei Wochen, nachdem man seine Bewerbungsunterlagen eingereicht hat, per E-Mail nachzufassen, um sich über den Status der Bewerbung zu informieren.

Das richtige Timing

Wie gesagt ist es sinnvoller, sich per E-Mail über den Stand der Dinge zu erkundigen. Sofern Sie beim E-Mail-Versand keine Fehlermeldung erhalten, können Sie davon ausgehen, dass der Personalvermittler oder der Personalchef Ihre Nachricht erhalten hat. Keineswegs sollten Sie das Unternehmen mit E-Mails zuschütten! Falls Sie sich tatsächlich persönlich erkundigen wollen, dann rufen Sie am frühen Vormittag an. Wenn Ihr Ansprechpartner bereits seinem regulären Tagesablauf nachgeht, ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass er ein solches Telefongespräch annimmt. Auch hier gilt: Lassen Sie ein oder zwei Wochen verstreichen, nachdem Sie sich beworben haben, bevor Sie das Unternehmen anrufen.

Wenn Sie kein Feedback erhalten

Leider sind viele Arbeitgeber wirklich nachlässig, was Antwortschreiben angeht. Oftmals verschicken Jobsuchende Hunderte von Bewerbungen und erhalten lediglich eine Handvoll Antworten. Wenn Sie nach Ihrer Bewerbung nicht bald etwas vom Unternehmen hören, dann fassen Sie nach, und wenn Sie dann immer noch keine Antwort erhalten, haken Sie die Firma ab! Der allgemeine Trend bei Unternehmen geht leider dahin, sich nur mit den Bewerbern zu befassen, die in die engere Auswahl genommen wurden. Früher hat man noch ein Schreiben bekommen mit der Mitteilung, dass die Stelle anderweitig besetzt wurde. Heute erhalten Sie höchstens eine E-Mail – und das auch nur, wenn Sie Glück haben. Dies liegt unter anderem an der Umstellung auf Online-Personalbeschaffung und der dadurch deutlich gestiegenen Anzahl an Bewerbungen. Grämen Sie sich nicht, wenn Sie keine Antwort bekommen, auch wenn es natürlich ärgerlich ist, wenn Sie eine Menge Arbeit in Ihr Bewerbungsschreiben gesteckt haben und Sie der Ansicht sind, es handele sich um den „perfekten“ Job für Sie. Möglicherweise hat das Unternehmen aber eine andere Vorstellung von einem „perfekten“ Arbeitnehmer. So ist das heute eben, und es ist müßig, sich darüber aufzuregen.

Lehnen Sie sich nicht zu früh zurück

Wenn Sie ein paar Bewerbungen verschickt haben, zu Vorstellungsgesprächen eingeladen werden und es tatsächlich danach aussieht, als ob Sie genommen werden würden, besteht die Gefahr, dass Sie sich zurücklehnen und einfach abwarten, um zu sehen, was passiert. Das ist sehr gefährlich, da Sie über keine feste Zusage verfügen.

Es gab da mal einen Arbeitssuchenden, der sich sehr erfolgversprechend auf mehrere Jobs beworben hat. Er wurde ein, zwei Mal zu Vorstellungsgesprächen eingeladen, hielt einige Unternehmen hin, wenn er der Ansicht war, kurz vor einer Zusage eines anderen Unternehmens zu stehen, und hat auch sonst so ziemlich alles richtig gemacht. Dann dachte er, er hätte die Zusage einer Firma in der Tasche, so dass er weitere Vorstellungsgespräche bei anderen Unternehmen absagte und auch keine Bewerbungen mehr verschickte. Doch es handelte sich um keine Zusage. Es war eine vage E-Mail mit dem Inhalt, dass das Unternehmen daran interessiert sei, ihn einzustellen. Es wurde kein Gehalt erwähnt, keine Sozialleistungen aufgeführt; also nichts Definitives, was als Zusage ausgelegt werden könnte. Es dauerte ganze zwei Wochen, bis der Personalchef ihm ein Angebot mit einer konkreten Gehaltshöhe vorlegte. Und das Angebot befand sich nicht einmal in der Nähe von dem, was er erwartet hatte – vielmehr handelte es sich um ein Gehalt, das er unter keinen Umständen akzeptieren wollen würde.

Fazit

Die Moral von der Geschichte ist, es sich nicht zu früh bequem zu machen. Halten Sie weiter Ausschau nach Jobs, besuchen Sie Vorstellungsgespräche, bis Sie das richtige schriftliche Angebot (hinsichtlich Gehalt, Sozialleistungen, Vergünstigungen, Arbeitszeit) von einer Firma haben, für die Sie auch gerne tätig sein möchten.